Rund um Quedlinburg - Stadt Land Meer - Deutschland 2022 - 7

Halberstadt Cathedral - Halberstadt - Germany
 


Etappe 7 - Rund um Quedlinburg

So gut das Abendessen war, so mau ist das Frühstück. Man versucht so viel vorzubereiten wie irgend möglich. Wenn das dann aber lange herumsteht, werden die Eier kalt, die Pancakes zäh und der Rest auch nicht besser. Wenn der Kaffee dann auch noch dünn ist und am Nebentisch darüber diskutiert wird, ob man das Rüherei nicht auch frisch bekommen könnte, dann hat man das Thema Service halt falsch verstanden.

 

Heute geht es wieder ein Stückchen weiter Richtung Heimat. Erst über die Autobahn und dann über Land ist unser erstes angesteuerte Ziel Halberstadt []. Wir wollen uns den Dom und den Domschatz angucken. Aber was haben wir vergessen? Es ist Montag und alles hat geschlossen. Egal wir laufen noch ein wenig durch die Innenstadt mit den alten Fachwerkhäusern. Hier ist vieles noch nicht aufwendig restauriert, was der einen oder anderen Straße einen morbiden Charme gibt.

 

Bevor wir nach Quedlinburg fahren, geht es erst nach Wernigerode [], wo es nochmal Fachwerk zum Sattsehen gibt. Durch die Nähe zum Brocken ist Wernigerode touristisch deutlich besser erschlossen und das vorhandene Geld sieht man auch den Häusern an. Wir laufen eine gute Stunde durch die Gassen. Hier hätte man auch noch deutlich mehr Zeit verbringen können, aber die Parkzeit, die wir bezahlt haben läuft ab und dann noch mal zurück zu laufen haben wir keine Lust.

Jetzt geht es also nach Quedlinburg [], wo wir zwei Nächte im Hotel Schloßmühle bleiben wollen. Das Hotel, auch ein Best Western, ist klasse. Weil Jürgen öfters in einem Best Western übernachtet, gibt es ein Upgrade und wir übernachten in einer Junior Suite.

 

Wir sind schon ein bisschen k.o., aber das gilt ja im Urlaub nicht. Also bringen wir unsere Sachen auf Zimmer, Jürgen parkt das Auto und wir laufen los.

Da das Hotel direkt unterhalb des Schlossberges liegt wollen wir als erstes dorthin. Tja, das Schloss bzw. der Stift wird gerade renoviert, aber die Stiftskirche [] ganz oben und der Domschatz kann besichtigt werden. Also steigen wir die steile Treppe nach oben, nur um festzustellen, dass auch dort montags geschlossen ist. Dafür können wir aber von hier einen weiten Blick über die Landschaft werfen.

 

Die Altstadt ist quasi ein Mittelaltermuseum mit engen Gassen, kopfsteingepflasterten Plätzen und vielen Fachwerkhäusern. Seit 1994 ist es UNESCO Weltkulturerbe und eines der größten Flächendenkmale in Deutschland.

 

Beim Ruinencafe setzen wir uns hin und bestellen zwei Schwarzbier. Nach etwa 10 Minuten kommt die Bedienung und sagt uns, dass das Schwarzbier aus ist. Wir entscheiden uns also für das angebotene Zwickelbier. Nach etwa 15 Minuten fragen wir nach und ja, man ist dran. Wir müssen noch zweimal nachfragen und Freya meint, wenn es jetzt nicht kommt, dann gehen wir. Tja und irgendwann stehen zwei Glas vor uns und Freya meint nur, ob es die Gläser auch in voll gäbe? Egal, das wird jetzt getrunken.

Wir haben uns mittlerweile für ein Abendessen beim Griechen entschieden und laufen zum Restaurant Helena. Wir setzen uns, werden schnell bedient, bekommen zwei Bier und noch jeweils einen Ouzo aufs Haus. Dann warten wir aufs Essen, warten und warten und irgendwann ruft Freya nach der Bedienung. Die sagt "kommt in zwei Minuten". Na ja. Nach 4 Minuten kommt der Vorspeisensalat, dann lange wieder nix. Irgendwann will Freya die zwei Bier bezahlen und gehen. Da kommt das Essen. Nach fast einer Stunde Wartezeit haben wir eigentlich keinen Hunger mehr. Unsere Gläser sind auch leer aber wir werden nicht gefragt, ob wir noch was wollen. Irgendwie nehmen wir das jetzt persönlich. Zur Rechnung gibt es dann noch zwei Ouzo, hilft aber auch nicht mehr.

Im Gegensatz zu dem was wir gelesen haben, ist die Stadt eigentlich gar nicht so voll. Was machen die Lokale eigentlich, wenn die ganzen chinesischen Touristengruppen wieder einfallen?

 

Wir laufen zurück zum Hotel wo Jürgen sein Stativ holt. Freya muffelt vor sich hin und läuft dem Gatten hinterher. Als der dann noch irgendwo einkehren will, winkt sie ab. Schlechte Laune muss man nun wirklich nicht auch noch mit Alkohol verstärken.

Als wir am nächsten Morgen zum Frühstückraum gehen nieselt es, aber nach dem Frühstück ist es nur noch dunstig. Das passt gut, weil wir in den Wald wollen. Auf der Hinfahrt sehen wir die Ortsnamen Elend und Sorge und viel kaputten Waldbestand. Wir stoppen kurz am Königshütter Wasserfall, der fast direkt an der Straße liegt und fahren dann zu den Bode Wasserfällen []. Freya sammelt Borkenkäferrinde als Druckstock, Jürgen fotografiert den quirligen Bach im Bett.

Nach unserem Spaziergang geht es dann doch noch mal nach Halberstadt, um sich den Dom und den Domschatz anzusehen. Das ist mehr ein Freya-Event – aber sei's drum. Der Dom selbst ist aber wieder für uns beide sehenswert und z.B. deutlich interessanter als der in Schwerin.

Abends laufen wir nochmal durch Quedlinburg. Wir haben uns für das Abendessen das Cafe Roland ausgesucht und ja, Bier kommt schnell und das Essen nach einer normalen Wartezeit. Schmecken tut es auch noch. Geht doch.



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