Auf dem Weg nach Südgeorgien - Eisberge und Pinguine - 4
Südgeorgien
Auf dem Weg in die Antarktis
Elephant Island
„Der Kapitän spielt mit dem Eis“
Deception Island
Antarktische Halbinsel
von der Antarktis an die Pazifikküste Südamerikas
Patagonische Gletscherwelt
Der lange Weg zurück
Fazit und hilfreiche Tipps
02-03.02.2026 - Auf dem Weg nach Südgeorgien
Heute Nacht wurden die Uhren eine Stunde vor gestellt. Für mich kein Problem, ich bin ohnehin früh wach. Wie angekündigt hat der Seegang zugenommen, aber nicht dramatisch. Ich bin eher von den Geräuschen des Schiffes wach geworden als von der Bewegung. Neben dem Knarzen hat es sich angehört als würde nebenan oder über mir jemand über den Gang trampeln. Heute Morgen kam ich dann auf die Idee, die nicht genutzten Bügel in den Schränken abzuhängen. Mal schauen ob es das war.
Um 9:30 Uhr gibt es noch einmal eine Bio Inspection Übung für die Einreise nach Südgeorgien [↗]. Zwei Vorträge und ein Rückblick auf die Falklandinseln stehen auch noch auf der Agenda. Ansonsten hoffe ich mit meinen Bildern weiter zu kommen. Im Moment bin ich noch nicht mal mit dem ersten Aussortieren auf dem aktuellen Stand.
Den ersten Vortrag über die Albatrosse lasse ich so nebenbei auf dem Fernseher in der Kabine laufen, während ich mich für den Einführungsvortrag zum Thema Eis und später für den ReCap, also den Rückblick, auf die Falklandinseln ins Hanseatrium begebe. Den sehr entspannten Tag beende ich dann im Bedienrestaurant.
Der nächste Seetag beginnt wie der letzte mit einem Frühstück im weitgehend leeren Buffetrestaurant. Das füllt sich an Seetagen immer erst spät.
Heute steht wenig auf dem Programm. Ein Vortrag der mich nicht interessiert am Morgen, ein weiterer am Nachmittag und um 18 Uhr ein PreCap auf Südgeorgien. Gegen Mittag ist noch geplant einen Abstecher zu A23J zu machen. Dies ist ein Abbruch des ehemals größten Tafeleisbergs A23A [↗]. Selbst dieser Teil hat noch die Größe von Amsterdam.
Da ist es doch eine gute Idee dem Fitnessstudio einen Besuch abzustatten. Es werden zwar auch eine Menge an halbstündigen Kursen angeboten, aber dazu habe ich keine Lust. Das Studio ist auf Deck 8 und hat eine große Fensterfront durch die man beim Trainieren aufs Meer schauen kann. Es gibt eine Auswahl an verschiedenen Geräten und auch wenn der Raum nicht riesig ist, so reicht er doch völlig aus. Mehr als eine Handvoll Gäste habe ich dort auch noch nie gesehen.
Heute Morgen war es noch dicht bewölkt, aber seit etwa 10 Uhr haben wir strahlend blauen Himmel. Gegen 14 Uhr erreichen wir die Gegend in der sich A23J befindet. Der Kapitän hat den Kurs noch mal deutlich nach Norden ändern müssen. Der Eisberg und die Teile, die sich von ihm gelöst haben, sind riesig. Selbst in zwei Dutzend Kilometer Entfernung nimmt er den kompletten Horizont vor uns ein. Bis zu 30 Meter ist er hoch.
Wir fahren bis 1,5 Kilometer an ihn heran. In so geringer Entfernung von Eis muss der Kapitän dann auch die Stabilisatoren einfahren und das Schiff fängt deutlich stärker an sich zu neigen. In dem Moment in dem das Schiff nach Steuerbord dreht damit wir an der Eisfront entlang fahren können, bläst uns ein eisiger Wind ins Gesicht. War es vorher noch ganz angenehm, so sinkt die gefühlte Temperatur innerhalb von Sekunden um mindestens 10 Grad.
Eigentlich wollte ich den Robbenvortrag in der Kabine ansehen und schon mal einige der Bilder aussortieren. So 2/3 habe ich auch geschafft. Jetzt wird das Eisfeld vor dem Fenster aber doch zu interessant. Also schnappe ich mir meine Kamera und gehe auf den Inspiration Walk.
Die Eisberge hier sind ebenfalls Bruchstücke des A23A. Sie sind aber deutlich kleiner und fotogener. Heute Mittag stand man einfach nur vor einer großen, weißen Wand.
Den restlichen Teil des Robbenvortrags schaue ich mir in der englischsprachigen Aufzeichnung an. Eine halbe Stunde später fängt schon der PreCap für die nächsten beiden Tage auf Südgeorgien an.
Jetzt sitze ich im Bedienrestaurant, genieße das Menü und schaue zu wie die letzten Reste des Eisfeldes am Fenster vorbeiziehen. Anschließend muss ich noch meine Sachen für Morgen vorbereiten. Um 6 Uhr habe ich schon im Zodiac zu sitzen.