Anreise - Eisberge und Pinguine - 1

in La Boca - Buenos Aires - Argentina
 

  1. Einleitung

  2. Galerie

  3. Anreise

  4. Der erste Seetag

  5. Die Falklandinseln

  6. Auf dem Weg nach Südgeorgien

  7. Südgeorgien

  8. Auf dem Weg in die Antarktis

  9. Elephant Island

  10. „Der Kapitän spielt mit dem Eis“

  11. Deception Island

  12. Antarktische Halbinsel

  13. von der Antarktis an die Pazifikküste Südamerikas

  14. Patagonische Gletscherwelt

  15. Der lange Weg zurück

  16. Fazit und hilfreiche Tipps


27-29.01.2026 - Anreise

Es ist Dienstagmittag und die lange Anreise nach Ushuaia beginnt. Mein Flug ab Frankfurt geht zwar erst heute Abend, aber da der Winter die letzten Tage für ein kleines Verkehrs-Chaos gesorgt hat, baue ich lieber einen zusätzlichen Puffer ein.

Von Frankfurt geht es mit Lufthansa in 13,5 Stunden nach Buenos Aires []. Am Donnerstagmorgen folgt dann ein Charterflug nach Ushuaia. Am Nachmittag geht es an Bord und am Abend, nach zweieinhalb Tagen Anreise, soll die HANSEATIC inspiration dann endlich in See stechen.

Der Lufthansa Flug mit einer alten 747 hat ordentlich Verspätung und wir schaffen es gerade so 5 Minuten vor dem Beginn des Nachtflugverbots abzuheben. Der Flug ist dann recht ereignislos, halt nur sehr lang. Um 8:20 Uhr Ortszeit landen wir und die Immigration und vor allem die Gepäckausgabe geht so schnell und reibungslos, dass sich Frankfurt gleich zwei Scheiben abschneiden könnte.

Neben der Kreuzfahrt selbst, habe ich auch ein An- und Abreisepaket bei Hapag Lloyd gebucht. Damit bin ich auch nicht allein. 4 Busse sind es schließlich die sich auf den Weg zum Hotel machen. Alles ist sehr gut organisiert. 3 oder 4 Mitarbeiterinnen der lokalen Agentur sind vor Ort und sobald genug Reisende für den ersten Bus zusammengekommen sind, geht es auch schon los. Unser Hauptgepäck wird übrigens eingelagert und Morgen für den Charterflug eingecheckt. Das sehen wir erst auf dem Gepäckband in Ushuaia wieder.

Unser Hotel ist das Four Seasons. Teuer, mit großen Zimmern, aber ansonsten nichts Besonderes. Hätte ich die Anreise selbst organisiert, wäre ich wohl nicht hier gelandet. In einem Konferenzraum werden wir eingecheckt und mit Kaffee und Häppchen versorgt. Für den Nachmittag ist auch noch eine vierstündige Stadtrundfahrt geplant. Jetzt geht es aber erst mal unter die Dusche.

Um 14 Uhr geht es dann in 3 Gruppen auf die Besichtigungstour. Als erstes geht es an den zentralen Plaza de Majo []. Den Erläuterungen der Reiseleiterin höre ich erst gar nicht zu, aber in dem harschen Mittagslicht gibt der Platz auch sonst nicht viel her. Die dort gelegene Kathedrale [] ist ganz nett, aber für südamerikanische Verhältnisse auch nicht überragend. Vieles wurde extra aus Europa importiert, das machte sie dann wohl besonders.‍ ‍

Weiter geht es mit dem Bus in das Viertel des alten Hafens, La Boca []. Wir fahren am Stadion der Boca Juniors vorbei und können uns dann 45 Minuten im Viertel umsehen, nicht ohne vorher gewarnt worden zu sein, nicht aus dem Kerngebiet herauszugehen und einsame Gassen zu meiden. Das Viertel ist zwar extrem touristisch, aber auch ein sozialer Brennpunkt.‍ ‍

Nachdem wir noch ein wenig durch die Stadt gefahren sind, geht es zum Abschluss in ein Café. Hier gibt es Picada, das lokale Gegenstück zu einer Brotzeitplatte im Allgäu.‍ ‍

Punkt 6 Uhr sind wir wieder am Hotel und ich laufe noch etwas durch die Gegend, finde aber nichts wirklich Interessantes.

Hat sich der Ausflug rentiert? Einerseits hat man auf eine bequeme Art ein wenig von Buenos Aires gesehen. Andererseits frage ich mich, ob ich nicht doch besser den Nachmittag auf dem Friedhof La Recoleta [] hätte verbringen sollen.

Um 3 Uhr morgens kommt der angekündigte Weckruf. Das klingt jetzt schlimmer als es ist. Durch den Jetlag ist unser Körper noch auf deutscher Zeit und dort ist es schon 7.

Selbst um diese Uhrzeit hat Hapag Lloyd ein Frühstücksbuffet in dem gleichen Konferenzraum wie gestern Mittag organisiert. Das ist für die Zeit erstaunlich umfangreich und lässt eigentlich keine Wünsche offen. Auch die Boarding Pässe für unseren Charterflug erhalten wir schon hier im Hotel und können so am Flughafen direkt durch den Security Check gehen. Und nun heißt es mal wieder warten …

Das Boarding beginnt als wir eigentlich schon starten sollten. Kaum bin ich im Bus zum Flieger heißt es „alle wieder raus“. Der Flieger hat ein nicht näher definiertes Problem und in 20 Minuten erfahren wir mehr. Aber Glück im Unglück, der Flieger muss nicht getauscht werden und um halb zehn, mit gut 1,5 Stunden Verspätung, geht es los. Gut 3 Stunden soll der Flug dauern. Unterwegs werden schon mal unsere Pässe eingesammelt. Mal schauen wann wir die wiedersehen.

Ushuaia [] begrüßt uns mit Wolken, aber hochsommerlichen 20°C. Ich sammle mein Gepäck vom Band ein und gebe es hinter der nächsten Tür wieder ab. Es wird direkt zum Schiff gebracht, während wir noch gut drei Stunden Zeit haben, bevor die Einschiffung beginnt.

Also geht es mal wieder in einen Bus und zum Essen. Dies gibt es in einem Lokal hoch über der Stadt. Anschließend haben wir noch 45 Minuten, um uns im Ort umzuschauen. Viel gibt es nicht zu sehen. Ich laufe ein Stück der Uferpromenade entlang und wieder zurück zum Bus. Eigentlich hätten wir vom Parkplatz auch gleich zum Schiff gehen können. Aber nein, alle rein in den Bus und bis direkt vor die Gangway gefahren.

Am Ende der Gangway wird die Bordkarte, die wir bereits im Vorfeld der Reise erhalten haben, gescannt. Zur Begrüßung gibt es gleich mal ein Glas Champagner. Man könnte jetzt erst mal in Ruhe ankommen. Da ich aber einer der Ersten aus dem ersten Bus bin, nutze ich lieber die Gelegenheit der kurzen Schlange am Check-in. Nach einer Anreise von 55 Stunden bin ich endlich angekommen.

Der Vorteil einer Schiffsreise ist, dass man nicht aus dem Koffer leben muss und so räume ich erstmal die Schränke ein. Davon gibt es so viele, dass ich schon jetzt befürchte, dass ich am Ende der Reise irgendetwas vergesse.

Der einzige offizielle Tagesordnungspunkt heute ist die obligatorische Seenotrettungsübung. Um 18:30 Uhr haben sich alle Gäste mit Rettungsweste im Hanseatrium einzufinden, um sich einen kurzen Vortrag anzuhören. Vorher gehe ich noch schnell an die Rezeption, um zwei Termine im Spezialitätenrestaurant zu reservieren. Ob das an den ausgesuchten Terminen funktioniert erfahre ich dann noch.

Um 19 Uhr laufen wir aus. Die Leinen werden gelöst und mit lautem Getöse fahren wir los. Es hat immer noch fast 20°C und auch wenn der kühlte Wind etwas aufgefrischt hat, so fühlt es sich eher nach einer Mittelmeerkreuzfahrt als nach Antarktis an. So könnte das Wetter eigentlich bleiben. Zu dumm, dass sich das nicht mit Pinguinen und Eisbergen verträgt 😉.

Eigentlich müsste ich nicht unbedingt zu Abend essen - schließlich hatten wir ein spätes Mittagessen. Aber ich bin gespannt ob das Essen an Bord wirklich so gut ist wie erhofft. Die HANSEATIC inspiration hat neben einem Spezialitätenrestaurant mit japanisch-peruanischer Küche, ein Bedienrestaurant und ein Buffetrestaurant in dem es wohl mehr oder weniger die gleichen Gerichte gibt.

Ich entscheide mich für das Bedienrestaurant. Es gibt ein täglich wechselndes 7-Gänge Menü mit verschiedenen Optionen. Wem das nicht zusagt, kann auch noch auf Klassiker wie Wiener Schnitzel zurückgreifen. Und ja, das Essen ist richtig gut.

Alle Restaurants sind im Preis der Reise inbegriffen. Nur die alkoholischen Getränke müssen bezahlt werden. Dies ist für die Kategorie in der Hapag Lloyd unterwegs ist zwar recht ungewöhnlich, aber zumindest entsprechen die Preise in etwa dem was man auch in einem deutschen Restaurant bezahlen würde.

Als ich nach dem Check-in in die Kabine kam, fand ich einen Eiskübel mit einer kleinen Flasche Champagner und ein paar Knabbereien vor. Dies ist Standard und bekommt jeder. Zusätzlich gab es aber auch noch eine weitere große Flasche von meinem Reisebüro.

Da die kleine Flasche nun schon mal kalt ist, köpfe ich sie. Ich sitze auf dem Sofa, schaue zu wie die Landschaft vorbeizieht (es ist 21:30 Uhr und noch lange nicht dunkel) und kümmere mich um die Fotos, die ich die letzten zwei Tage gemacht habe.



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Galerie - Eisberge und Pinguine - Antarktis Kreuzfahrt mit der HANSEATIC inspiration