Die Falklandinseln - Eisberge und Pinguine - 3
Auf dem Weg nach Südgeorgien
Südgeorgien
Auf dem Weg in die Antarktis
Elephant Island
„Der Kapitän spielt mit dem Eis“
Deception Island
Antarktische Halbinsel
von der Antarktis an die Pazifikküste Südamerikas
Patagonische Gletscherwelt
Der lange Weg zurück
Fazit und hilfreiche Tipps
31.01.-01.02.2026 - Die Falklandinseln
Heute geht es das erste Mal mit den Zodiacs an Land. Bereits um 7:30 Uhr soll die erste Gruppe los. Die Passagiere sind in 8 Farbgruppen eingeteilt, die in täglich wechselnder Reihenfolge starten. Ich habe rot und bin damit heute in der sechsten Gruppe. Auch wenn ich damit noch etwas Zeit habe, stehe ich um 5:30 Uhr auf. Wach bin ich ohnehin.
Das Wetter soll heute angenehm bleiben. Um die 11 Grad. Wind gibt es natürlich trotzdem. Nach dem Aufstehen war es trocken, nach dem Frühstück regnet es und als es Zeit wird in die Zodiacs zu steigen hört es auch schon wieder auf. So wird es wohl die ganze Reise sein.
Auf den Falklandinseln [↗] gilt die Beschränkung auf 100 Passagiere pro Landgang noch nicht. Somit werden wir alle recht zügig an Land gebracht. Das Ein- und Aussteigen aus den Zodiacs wurde uns ja bereits gestern ausführlich erklärt und ist völlig unproblematisch. Zumal die Bucht in der wir liegen windgeschützt ist und somit auch die Zodiacs ruhig im Wasser liegen. Zwei Crewmitglieder helfen einem dann auch noch beim Ein- bzw. Aussteigen.
Die Insel vor der wir liegen nennt sich New Island [↗]. Wir landen an einem Strand an dem ein altes Minenboot vor sich hin rottet. Ein kleines Museum gibt es auch noch, in das ich aber nicht hineinschaue.
Dies ist eine sogenannte nasse Anlandung. Wir holen uns also nasse Füße als wir aus dem Zodiac aussteigen. Deshalb haben wir auch alle die Gummistiefel an, die wir gestern erhalten haben. Heute Nachmittag legen wir an einem Pier an. Das nennt sich dann trockene Anlandung und wir können normale Schuhe tragen.
Vom Strand geht es einen Trampelpfad entlang auf die andere Seite der Insel, so etwa einen Kilometer. Außer dass es matschig ist, alles ganz easy.
Auf der anderen Seite der Insel gibt es eine weitere Bucht mit Pinguinen und Schwarzbrauenalbatrossen [↗]. Auf dem Boden liegt ein Tau das die Grenze markiert, die wir nicht überschreiten sollen. Auf den Falklandinseln gilt ein Abstand von 6 Metern. Auf dem Rest der Reise sind es 5 und bei bestimmten Tierarten auch mehr. Aufgrund der Vogelgrippe darf man sich auch nicht hinknien oder etwas auf dem Boden abstellen. Das gilt auch für Rucksäcke.
Ich bin viel zu warm angezogen, obwohl ich schon eine Kleidungslage weggelassen habe. Im Zodiac war es aufgrund des Windes angenehm, aber zum Laufen …
Nach etwa 1,5 Stunden geht es zurück an Bord. Einmal durch die Stiefelwaschanlage und rauf auf die Kabine. Kurz darauf wird der Anker gelichtet und wir machen uns auf den Weg nach West Point Island. Hier sollen wir gegen 15 Uhr ankommen.
Dazwischen gibt es Freizeit, auch wenn man sich einen Vortrag über den Falklandkrieg [↗] anhören könnte. Auf einmal kommt die Durchsage des Kapitäns „Waaaaale“. Also einmal adäquat anziehen, die Kamera schnappen und raus auf den Inspiration Walk. Das ist ein Bereich ganz vorne am Bug des Schiffes - eine Spezialität der HANSEATIC Schiffe. Normalerweise ist dieser Bereich für Passagiere tabu.
In einiger Entfernung gibt es eine große Gruppe (so 10-15 Tiere) von Seiwalen zu sehen. Diese sind die drittgrößten Wale überhaupt, wenn es auch im Meer und ohne Vergleichsobjekt schwer nachzuvollziehen ist. Deutlich näher kommen uns die Robben und Albatrosse.
Um 15 Uhr erreichen wir West Point Island [↗]. Während wir vor Anker gehen sehe ich aus meinem Kabinenfenster einige Delphine, die ihre Kunststücke vorführen. Leider verschwinden sie recht bald und sind während unseres Aufenthaltes nicht mehr zu sehen.
Es war ja eine trockene Landung angekündigt. So matschig wie es aber heute Morgen war und weil es auch noch regnet, beschieße ich aber trotzdem die Gummistiefel anzuziehen. In denen lässt sich erstaunlich gut laufen. Schnell merke ich, dass dies eine sehr gute Entscheidung war.
Die Wanderung geht wieder von dem Strand an dem wir anlanden einmal über die Insel zu einer anderen Bucht mit den gleichen Tieren wie heute Morgen. Allerdings ist die Wanderung zwei mal 3 Kilometer lang und die Anstiege länger und höher. Es hätte aber auch die Möglichkeit gegeben in der ersten Bucht zu bleiben oder gleich zu dem Häuschen zu gehen in dem es Tee und Plätzchen gibt.
Angekommen an der Kolonie stelle ich schnell fest, dass die Sicht auf die Tiere noch besser ist als heute Morgen. An einer Stelle steht man vielleicht 1,5 Meter von den Tieren entfern. Allerdings etwas erhöht, sodass sie sich nicht gestört fühlen. An einer anderen Stelle schaut man von oben in die Bucht herunter. Hier sieht man besonders schön wie die Albatrosse die Aufwinde nutzen und zu ihrem ausgewählten Landeplatz segeln.
Die Plätzchen und den Tee spare ich mir. Für heute Abend bin ich zu dem Erstfahrer Empfang mit den Offizieren des Schiffes eingeladen.
Um 19:30 Uhr treffen sich die gut 30 Gäste vor dem Spezialitäten Restaurant NIKKEI, das heute für uns reserviert ist. Allerdings gibt es nicht japanisch-peruanische Küche, sondern eine Zusammenstellung der „Signature Dishes“ der verschiedeneren Hapag Lloyd Schiffe. Es gibt eine feste Sitzordnung und ich sitze mit 2 Ehepaaren an einem Tisch am Fenster. Die Offiziere wechseln dann nach jedem Gang die Plätze, sodass jeder mal an jedem Tisch war. Natürlich ist das Ganze eine Promo Veranstaltung, um die neuen Gäste an die Marke zu binden, aber dies Gefühl kommt nie auf. Es entspannt sich eine nette Unterhaltung zu den unterschiedlichsten Themen. Ein netter Abend mit viel zu viel gutem Essen und Weinen.
Über Nacht sind wir nach Stanley [↗], der Hauptstadt der Falklandinseln gefahren. Um 8 Uhr kommen wir an und eine halbe Stunde später geht das erste Tenderboot. Es hat 10 Grad und die Sonne scheint. Ein paar Wolken und ein böiger Wind mit Windstärke 6-7 sorgen dafür, dass es nicht zu warm wird.
Ich nehme gleich das erste Tenderboot, um auch den ersten Bus zur Gypsy Cove zu erwischen. Es gibt wohl auch eine normale Busverbindung, aber Hapag Lloyd hat einen eigenen Bus gechartert. Dieser braucht so 20 Minuten für eine Strecke. Man könnte zwar auch laufen, aber die Strecke ist nicht so wirklich interessant.
Um 11 Uhr wird auch eine organisierte Wanderung von Gypsy Cove aus angeboten, aber den Weg kann man auch alleine laufen. Dann halt ohne die Erläuterungen der Experten.
Viele Tiere bekomme ich an diesem Morgen nicht zu sehen. Dafür ist die Landschaft schön. Ich gehe einen Teil des Weges der um 11 Uhr gegangen werden soll, finde ihn aber nicht so spannend und kehre wieder um. Nun lassen sich auch ein paar Pinguine in bzw. vor ihren Höhlen sehen. Ich habe mich immer noch nicht daran gewöhnt, dass ich nicht in 20 oder 30 Meter Entfernung schauen muss, sondern in vielleicht 3-5 Meter.
Nach etwa einer Stunde fahre ich zurück in die Stadt und laufe dort noch etwas umher. Das Historic Dockyard Museum ist ganz ok, aber nichts Besonderes. Nett allerdings der Hinweis man möge doch bitte die Vögel nicht füttern, da sie ausgestopft sind 🌝. Der Rest des Ortes macht auch nicht viel her, sodass ich mich auf den Rückweg zum Schiff mache. Trotzdem war ich rund 4 Stunden unterwegs.
Um 15 Uhr holen wir den Anker ein und machen uns auf den Weg nach Südgeorgien [↗]. Zwei Seetage wird das in Anspruch nehmen und der Kapitän hat uns schon mal darauf eingestellt, dass die See etwas rauer wird. Jedenfalls sollen wir unsere Sachen heute Abend wegräumen, damit sie nicht gegen Morgenfrüh hin und her rollen.
Heute Nachmittag werde ich mich mal ein wenig um meine Fotos kümmern. Die Sportkurse und die Übertragung des Handball Finales werde ich mir schenken. Um 17 Uhr gibt es einen Pinguin Vortrag, das wäre dann schon eher etwas.
Und so mache ich das dann auch. Der Vortag dauert etwa eine Stunde und führt auf humorvolle Art und Weise von der Abstammung über die Biologie bis hin zum Verhalten.
Kaum zurück auf der Kabine gibt es den „Überraschungsevent“. Na gut, wer schon mal mit den HANSEATIC Schiffen gefahren ist oder sich im Vorfeld schlau gemacht hat, konnte sich denken, dass er heute ansteht. „Come as you are“ ist das Motto. Egal was man gerade an hat (und sei es der Bademantel - ja, einige waren so gekleidet), man möge sich das Sektglas nehmen und vor die Kabinentür kommen.
Es gibt Sekt und auch Teile der Crew mischen sich unters Volk. Es geht darum auf eine nette, ungezwungene Art die Nachbarn in der Gegend kennenzulernen. Eine nette Idee.
Eigentlich hatte ich mit dem Gedanken gespielt das Abendessen ausfallen zu lassen, da ich bereits heute Mittag gut gegessen habe. Da aber der allgemeine Ratschlag bei Seegang ist, etwas im Magen zu haben, gehe ich noch mal ans Buffet. Salat und Nachtisch sind dann aber auch genug.
Morgen früh steht noch mal eine Kleiderkontrolle an. Wie ja schon berichtet, wird bei der Einreise nach Südgeorgien kontrolliert und wenn zu viel gefunden wird hat das Konsequenzen. Eigentlich wollte ich die kommenden Seetage nutzen, um Klar-Schiff zu machen. Aber das werde ich dann wohl auf heute vorziehen müssen.