Elephant Island - Eisberge und Pinguine - 7
„Der Kapitän spielt mit dem Eis“
Deception Island
Antarktische Halbinsel
von der Antarktis an die Pazifikküste Südamerikas
Patagonische Gletscherwelt
Der lange Weg zurück
Fazit und hilfreiche Tipps
08.02.2026 - Elephant Island
Über Nacht muss das Schiff kräftig Strecke machen. 278 nautische Meilen (515 Kilometer) sind es bis Elephant Island. Kurz nach 10 Uhr erscheint die Nordküste der Insel im Nebel. Es hat -1,5 Grad und leicht schneien tut es auch mal wieder.
Wie schon bei Südgeorgien werde ich hier nicht die ganze Geschichte von Shackleton [↗] und seiner gescheiterten Expedition wiedergeben. Auf jeden Fall haben es sich die Chilenen nicht nehmen lassen hier eine Statue zu Ehren des Kapitäns Luis Alberto Pardo [↗] zu errichten, der die Männer um Frank Wild [↗] schließlich rettete.
Anlanden werden wir hier nicht. Stattdessen gibt es eine einstündige Fahrt mit den Zodiacs. Ich bin erst im zweiten Durchgang an der Reihe, habe also noch mehr als eine Stunde Zeit.
Es ist kalt und schneit. Auch die Schwell, die Wellen die ans Schiff schlagen, sind höher als sonst. Das Zodiac ist nur schwer an der Einstiegsluke zu halten. Heute helfen gleich vier Matrosen, dass jeder sicher in das Boot kommt.
Wenn man sieht wie klein der Abschnitt ist auf der Frank Wild mit seinen Männern monatelang ausharrte und dann noch bedenkt, dass wir im Moment Spätsommer haben, so kann man eigentlich kaum glauben, dass wirklich alle überlebt haben.
Die Stunde vergeht trotz des Wetters wie im Fluge und alle im Boot hätten wohl nichts dagegen gehabt, wenn es noch eine Runde gegeben hätte.
Bereits heute Morgen glaubte ich im Nebel ein anderes Schiff zu sehen, war mir dann aber doch nicht sicher ob es nicht ein Eisberg war. Am Nachmittag bestätigt der Kapitän, dass es sich um die Oosterdam von Holland America Line handelt, ein Schiff mit gut 1900 Passagieren. Viel dürften die von dem Besuch nicht gehabt haben. Durch den Nebel hat man nicht weit gesehen und von Bord darf bei der Schiffsgröße auch niemand. Interessanterweise hängen wir das deutlich größere Schiff im Laufe des Nachmittags/Abends ab.
Zum Abendessen gibt es heute norwegische Küche. Das führt erst mal zu einigen Nachfragen oder weiß jemand was Hjort Carpaccio ist? Es ist Hirsch. Gerade das hatte dann auch eine sehr spezielle Geschmacksnote (weniger das Fleisch, als die Kombination mit Sauerrahm und Preiselbeere). Der Rest war aber wie gewohnt lecker.
Morgen geht es wieder früh raus. Wir erreichen den Antartic Sund und das Weddellmeer.