Deception Island - Eisberge und Pinguine - 9
Antarktische Halbinsel
von der Antarktis an die Pazifikküste Südamerikas
Patagonische Gletscherwelt
Der lange Weg zurück
Fazit und hilfreiche Tipps
11.02.2026 - Deception Island
Wir sind zurück auf den Südlichen Shetlandinseln [↗]. Bevor es morgen auf der Westseite der Antarktischen Halbinsel wieder Richtung Süden geht, gibt es heute einen Stop auf Deception Island. Diese Insel dürfte wohl bei jedem Expeditionsschiff auf der Agenda stehen. Eine spektakuläre Landschaft und viele Anlandungsmöglichkeiten machen sie fast schon zu einem Muss. Auch wir sind heute nicht allein. In der Nachbarbuch liegt ein kleineres argentinisches Schiff und weiter weg an einer alten Walfangstation wohl noch ein weiteres.
Deception Island ist ein aktiver Vulkan, dessen Caldera vor ein paar tausend Jahren eingebrochen ist und geflutet wurde. Durch eine schmale Passage, Neptunes Bellow genannt, fahren wir um 7 Uhr in die Caldera. Da dies gestern groß angekündigt wurde, füllt sich der Inspiration Walk pünktlich zur Einfahrt.
Ich selbst finde die Einfahrt jetzt nicht so spektakulär. Ja, man muss nah an den Klippen vorbeifahren, da in der Mitte der Passage noch ein Unterwasserfelsen den Weg blockiert, und nautisch ist dies sicherlich auch eine Herausforderung. Ich finde aber die Farbtöne und Strukturen der Berge viel interessanter.
Den Blick aus dem Kabinenfenster bei der Ausfahrt am Mittag werde ich dann beeindruckender empfinden. Durch den eingeschränkten Blickwinkel sieht man den Himmel nicht und damit wirkt die Felswand noch mal näher und mächtiger.
Eine halbe Stunde später haben wir Pendulum Cove erreicht. Tiere werden wir hier nicht viele vorfinden. Es geht um die Landschaft - und für die, die immer noch nicht genug haben, um die Möglichkeit hier Baden zu gehen. Durch die vulkanische Aktivität ist der Boden hier warm und damit auch das Wasser - zumindest an der Oberfläche. Von der steigt sogar Dampf auf. Lufttemperatur ist übrigens -4 Grad.
Es gibt mehrere Wege auf die umliegenden Hügel und auch der Strand ist frei begehbar. Ich gehe bis zu einem kleinen Aussichtspunkt, vielleicht auf einem Viertel der Höhe der Hügel rund um den Strand. Dann mache ich mir klar, dass ich nun entweder wandern oder fotografieren kann. Beides wird nicht funktionieren. Da die Besteigung eines Hügels auf Deception Island nun nicht sonderlich hoch auf meiner Prioritätenliste steht, gehe ich wieder zurück auf die Ebene.
Wie schon erwähnt ist hier der Boden warm. Das führt dazu, dass die Schneewehen von unten schmelzen und schließlich eine dünne, hohle Eisschicht entsteht, die irgendwann bricht und interessante Ränder zurücklässt. Einen Großteil der anderthalb Stunden die wir hier Zeit haben, verbringe ich also damit abstrakte Formen und Strukturen zu fotografieren.
An der Landestelle hat sich mittlerweile ein einzelner Pinguin eingefunden, der es offensichtlich super spannend findet, was denn diese blau und orange gekleideten Dinger da machen. Etwas weiter finde ich dann auch noch einige tote Schlangenseesterne. Das warme Wasser hat sie zu Tode gekocht und an Strand gespült.
Viel mehr steht heute nicht mehr auf dem Programm. Gegen Mittag werden wir den Anker lichten und uns auf den Weg nach Süden machen. Der Vortrag heute Nachmittag interessiert mich nicht so wirklich. Einziges „Muss“ ist das Re/PreCap um 18 Uhr. Viel Zeit also, um mich um die Bilder zu kümmern. Die von Gestern habe ich noch nicht mal angesehen.
Ein letzter Höhepunkt ergibt sich noch während des Abendessens, mal wieder am Fenster des Bedienrestaurants. Neben den fast schon obligatorischen Pinguinen zeigt sich auch ein Wal. Vielleicht 20 Meter entfernt kommt er an die Oberfläche, winkt mit seiner Flosse und zieht entgegen unserer Fahrtrichtung weiter.