Patagonische Gletscherwelt - Eisberge und Pinguine - 12
Der lange Weg zurück
Fazit und hilfreiche Tipps
17-18.02.2026 - Patagonische Gletscherwelt
Über Nacht wurden die Abreiseinformationen verteilt. Das untrügliche Zeichen, dass sich die Reise dem Ende nähert.
Der Tag beginnt grau-in-grau und mit, teilweise heftigem, Regen. Es scheint fast als ob uns Chile den Abschied vereinfachen will. Dabei haben wir doch heute noch zwei Gletscher im Programm. Der ersten, den Amalia Gletscher [↗], wollen wir uns von Deck aus ansehen. Beim zweiten, dem El Brujo Gletscher, ist noch mal eine Zodiac Fahrt mit kurzem Landgang geplant. Letzteres ist allerdings noch unter Vorbehalt. Warmes Wetter (wir haben gut 7 Grad) und Regen können zu verstärkter Kalbung und damit Eis im Wasser führen. Das will sich das Expeditionsteam erst mal ansehen.
Im Laufe des Vormittags hört dann zumindest der Regen auf und ab und zu scheint auch mal ein Stückchen blauer Himmel durch. Es soll aber immer wieder mal regnen. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 93%.
Heute ist auch Chinese New Year. Zur Feier des Tages bereiten Mitglieder der chinesischen Reisegruppe Dumplings zu. Allerdings um 10:30 Uhr, zu einer Zeit zu der ich nun gar keinen Hunger habe.
Dies ist dann auch der Zeitpunkt an dem wir uns dem Amalia Gletscher nähern. Auch hier wieder das Problem, dass es ohne Referenzpunkt kaum möglich ist die Größe wirklich einzuschätzen. Netterweise kreuzt ein lokales Schiff ebenfalls vor dem Gletscher. Diese starten wohl in Puerto Williams und fahren ähnlich wie auch wir verschiedene Gletscher an. Zodiacs habe ich aber keine gesehen, deshalb sind es wohl cruise-by Touren. Jedenfalls sieht man erst durch das Schiff wie groß der Gletscher ist.
Nach etwa einer Stunde machen wir uns auf zum zweiten Gletscher des Tages. Bis wir dort sind dauert es etwas und dann nimmt sich das Expeditionsteam auch noch eine Stunde Zeit zu erkunden was man denn nun machen möchte. Eigentlich war ja geplant, dass wir rechts oder links des Gletschers anlanden und dort noch eine Wanderung machen. Dummerweise hat es wieder angefangen zu regnen. Dies, zusammen mit der erhöhten Aktivität des Gletschers, macht es zu gefährlich. So ganz möchte man das Thema Anlandung aber doch nicht aufgeben und so wird eine kleine Insel mitten in der Bucht ins Programm aufgenommen.
Um 16:20 Uhr bin ich an der Reihe ins Zodiac zu steigen. Dies wird jetzt also die letzte Cruise der Reise. Morgen nutzen wir die Zodiacs zwar noch mal als Shuttle zu einem kleinen Dorf, aber dies wird eine trockene Anlandung, ähnlich wie in Port Williams.
Dafür wird jetzt noch mal alles aufgeboten. Wir fahren durch Eisfelder an Wasserfälle heran, die an den Seiten der Bucht das Gletscherwasser nach unten transportieren. Dann nähern wir uns soweit es sicher ist dem Gletscher selbst. Dieser ist teilweise so blau, als hätte ein Popart-Künster einen Eimer Farbe verschüttet. Immer wieder brechen kleinere Stücke ab und stürzen ins Wasser. Zum Abschluss geht es noch mal in einen kleinen Canyon an dessen Ende sich ein Wasserfall befindet.
Nur der Ausflug auf die Insel wird nicht so wirklich goutiert. Von den 8 Personen im Zodiac wollten eh nur 3 aussteigen. Nachdem wir gesehen haben, dass es nur einen steilen Pfad vielleicht 20 Meter in die Höhe geht, und dann auch noch gesagt wird, dass es ganz schön glitschig ist, reduziert sich die Anzahl auf 1. Macht nichts, diese Rundfahrt war definitiv ein würdiger Abschluss.
Der nächste Morgen beginnt wie der letzte aufgehört hat, grau mit vereinzelten Regentropfen. Puerto Eden [↗] ist der letzte Stop vor der Ausbootung. Ein kleines Fischerdorf tief in den Chilenischen Fjorden mit weniger Einwohnern als selbst unser kleines Expeditionsschiff Passagiere hat.
Viel zu sehen gibt es nicht. Das Highlight sind kleine Kolibris, die es doch tatsächlich so weit in den Süden verschlagen hat. Man richtet sich langsam auf den Tourismus ein und hat eine Ankunftshalle gebaut in der Einheimische Tische aufbauen und selbstgemachte Mützen, Schalen und anderes verkaufen. Die Bohlenwege, die die einzelnen Häuser verbinden, werden mit Metallgittern rutschfest gemacht und die Katzen, die auf den Geländern balancieren freuen sich über die Besucher, die sie streicheln. Auch ein paar Segeljachten hat es in den kleinen Hafen verschlagen.
Nach etwa zwei Stunden bin ich zurück auf dem Schiff und um 14 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Puerto Montt [↗] wo die Reise enden wird. Vorher gibt es aber erst noch einen letzten Seetag.
Den Rest des heutigen Tages fahren wir noch durch die Inlandpassage, Wasserwege zwischen dem Festland und nah gelegen Inselketten. In der Nacht müssen wir aber noch mal auf den offenen Pazifik. Dort soll es dann auch noch mal schaukeln.
Der Kapitän erzählt noch irgendwann, dass wir damit angeben könnten, dass wir Windstärke 12 hatten. Wir sollten nur verschweigen, dass es in der Magellanstraße [↗] war und die Wellenhöhe dementsprechend nur 1-1,5 Meter betrug 🌝.
Irgendwie fühlt sich alles bereits wie Abschied an obwohl wir ja noch einen ganzen Tag an Bord haben. Im Restaurant gibt es noch einmal Kaviar (nehm ich) und Hummerschere (für mich heute doch lieber das Kalbsfilet). Und zum Abschluss des Tages lädt der Kapitän um 21:30 Uhr zum Farewell-Cocktail mit der obligatorischen Verlosung der Reisekarte. Da ich mich aber schon den ganzen Tag nicht so toll fühle, gehe ich statt aus der Kabine ins Bett.