Tashkent und die Weiterreise nach Khiva - Die Karawane zieht weiter - Usbekistan 2026 - 2

Metro Station Kosmonavtlar - Tashkent - Uzbekistan
 

  1. Einleitung

  2. Galerie

  3. Anreise

  4. Tashkent und die Weiterreise nach Khiva

  5. Khiva

  6. Buchara

  7. Samarkand

  8. Shakhrisabz und die Fahrt nach Tashkent

  9. Ins Ferganatal und zurück nach Deutschland


Tashkent und die Weiterreise nach Khiva

Der nächste Morgen begrüßt mich mit Regen. Eigentlich dachte ich ja, dem schlechten Wetter, das wir die letzten Tage in Deutschland hatten, zu entkommen 🙁.

 

Um 9:30 Uhr soll es losgehen. Die Gruppe besteht aus nur 6 Personen. Eine Frau und 5 Männer - alles Alleinreisende, außer einem Vater/Sohn-Duo, und alle mehr oder weniger im selben Alter. Nur der Vater wird während der Reise 94 Jahre alt. Wie sich noch zeigen wird, ist er aber körperlich und geistig so fit, dass er alles mitmachen wird.

Wer noch kein lokales Geld hat, zieht sich welches aus dem ATM im Hotel. Nur bei unserer Reisepartnerin will es nicht klappen. Es wird bestimmt ein Dutzend Automaten dauern, bis sie herausfindet, dass die DKB nicht nur einen Höchst-, sondern auch noch einen Mindestbetrag pro Abhebung hat. Für die nächsten Tage machen wir uns einen Spaß daraus, sie auf die ATMs auf unserem Weg hinzuweisen.

 

Obwohl die Wetter-App für den ganzen Tag Regen angesagt hat, haben wir Glück. Im Moment hat es aufgehört zu regnen, und auch im weiteren Verlauf des Tages wird es nur ab und zu mal leichten Nieselregen geben.

Mit dem Kleinbus geht es nun in das „historische“ Zentrum. Historisch in Anführungszeichen, weil ein Erdbeben 1966 [] so viel zerstört hat, dass Tashkent eigentlich keine alte Bausubstanz besitzt. Was alt aussieht, ist renoviert oder gleich neu gebaut. Das Stadtbild wird immer noch durch sowjetische Bauten der 70er-Jahre geprägt.

 

Wir werden bei der Hazrati-Imam-Moschee [] herausgelassen. Hier sieht man bereits viele Reisegruppen aus den unterschiedlichsten Ländern. Den Innenraum dürfen wir nicht betreten. Nur ein Blick durch die geöffneten Türen ist möglich. Wir laufen ein wenig durch die Gegend, bekommen Hintergrundinfos zu diesem und jenem und gehen noch in ein fotografisch uninteressantes Mausoleum. Den Abschluss bildet die Khast-Imam-Madrasa. Eine Madrasa [] ist eine alte Koranschule. Heute sind in den Räumlichkeiten Souvenirshops mit Waren, die wohl eher aus China stammen, untergebracht.

 

Weiter geht es mit dem Bus zum Chorsu-Basar []. Dies ist ein riesiger Markt, dessen zentrales Gebäude an eine überdimensionierte Jurte erinnert. Im Inneren gibt es vor allem Fleisch. Bevor jeder den Markt auf eigene Faust erkunden kann, gehen wir erst einmal in die Hallen, die den zentralen Teil umgeben, und schauen uns an, wie dort das lokale Brot, genannt Non, gebacken wird.

 

Als Nächstes steht eine kleine Metro Tour an. Unser Guide wollte diese nur nutzen, um von A nach B zu kommen. Wir können ihn aber überreden, doch noch an der einen oder anderen Station zusätzlich auszusteigen. Wie in etlichen der sowjetisch geprägten Staaten sind diese nämlich durchaus sehenswert. Eigentlich sind sie die Hauptsehenswürdigkeiten Tashkents.

 

Den Abschluss der heutigen Besichtigungen bilden die beiden Hauptplätze: Der Unabhängigkeitsplatz [] und der Timur-Platz []. Auf beiden standen ursprünglich zaristische und später sowjetische Statuen. Nach der Unabhängigkeit wurden diese entfernt und die Plätze umgewidmet.

 

Mit der Metro geht es dann zurück zum Hotel. So langsam macht sich auch der fehlende Schlaf bemerkbar. Ich sichere noch meine Fotos und lege mich dann für ein Stündchen hin. Um 18:30 Uhr geht es zu einem frühen Abendessen. Schließlich geht es morgen sehr früh raus, und wir sollen die Chance auf ein paar Stunden Schlaf bekommen.

 

Der Wecker klingelt um 4:30 Uhr. Um 5 Uhr geht der Bus zum Flughafen, damit wir unseren Flug nach Nukus bekommen. So kommen wir aus dem Osten fast ganz in den Westen des Landes, um uns dann per Bus wieder zurück zu arbeiten.

Bis wir in Nukus [] ankommen und unser Gepäck haben, ist es 9 Uhr. Ähnlich wie bei der Stadtrundfahrt in Tashkent, haben wir wieder einen Kleinbus mit 12 Sitzen. Also reichlich Platz für alle, auch wenn vor allem die Stoßdämpfer schon bessere Zeiten gesehen haben.

 

Bevor wir uns auf den Weg nach Khiva machen, besuchen wir noch das Savitsky-Museum []. Das Museum wirbt zwar mit dem Titel „Avangarde in the Desert“, zeigt aber vor allem russischen Impressionismus. Es gibt nur einige wenige Bilder von Kandinsky und seinen Weggefährten.

Interessanter ist, wie das Museum zu den Bildern kam. Der Namensgeber, selbst Künstler und Archäologe, beschloss, die Kunstwerke befreundeter Künstler vor den Stalinisten in Sicherheit zu bringen. In Nuklus, weit weg von Moskau, waren sie vor der Zerstörung sicher. Die Reste der Bananenkisten werden aber heute nicht mehr als Rahmen verwendet, auch wenn man es hier und da noch lesen kann.

 

Da es zum Frühstück nur eine kleine Snackbox gab, gehen wir noch gegenüber in ein Café. Der Kuchen ist reichlich und richtig lecker. Auch der Kaffee lässt keine Wünsche offen.

 

Um 12 Uhr geht es nun auf die lange Strecke durch die Wüste nach Khiva []. Wobei die Wüste hier eher den Charakter einer Steppe hat. Die Straße ist eine vierspurige, holprige Autobahn, die später in eine Landstraße übergeht. Nach einer Dreiviertelstunde halten wir kurz, um eine zoroastrische Begräbnisstätte aus der Ferne zu betrachten.

Je weiter wir kommen, desto schlimmer wird die Straße. Eine ganze Zeit lang sehen wir, wie die Autobahn nebenan weitergebaut wird, aber bis es soweit ist, dass man sie nutzen kann, wird es noch Jahre dauern.

 

Um 15 Uhr erreichen wir die antike Festungsanlage Ayaz-Kala []. Viel machen die Ruinen nicht her. Aber da sie der einzige ernstzunehmende Stopp sind, schnappe ich mir meinen Rucksack und gehe den Hügel hinauf. Bei 28 Grad und ohne Schatten eine schweißtreibende Angelegenheit.

 

Um 18 Uhr erreichen wir Khiva und checken in unser Hotel mitten in der historischen Altstadt ein. Auf den ersten Blick sehr schön, mit Zimmern, deren Fenster auf den Innenhof gehen. Um 19:30 Uhr geht es dann noch zum gemeinsamen Abendessen.

 

Die Übersetzung der Ortsnamen in die lateinische Schrift ist übrigens nicht immer eindeutig. So findet man für Khiva auch die Bezeichnungen Xiva oder Chiwa. Vergleichbares gilt auch für die anderen Orte in Usbekistan.

 



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