Shakhrisabz und die Fahrt nach Tashkent - Die Karawane zieht weiter - Usbekistan 2026 - 6
Ins Ferganatal und zurück nach Deutschland
Shakhrisabz und die Fahrt nach Tashkent
Heute steht ein Ausflug in die Berge an. Unser Ziel ist Shakhrisabz [↗]. Statt des Minibusses nutzen wir heute 3 PKW. Das ist natürlich deutlich bequemer. Unseren Busfahrer, der hier zu Hause ist, haben wir bereits gestern verabschiedet. Die Fahrt nach Tashkent wird morgen ein anderer übernehmen.
Wir brauchen etwa 20 Minuten, bis wir die letzten Vororte verlassen. Samarkand hat knapp 600.000 Einwohner und erstreckt sich über 120 km².
Die Landschaft wird grüner, und die ersten Berge tauchen auf. Der Ausflug ist eine nette Abwechslung zu all den Städten, Moscheen und Koranschulen.
Nach einer Stunde geht dann gar nichts mehr - Stau. Die ganz Schlauen versuchen, links am Stau vorbeizufahren. Das führt aber natürlich nur dazu, dass der Gegenverkehr nicht mehr durchkommt und bald gar nichts mehr geht. Die Stimmung kocht hoch, und in anderen Ländern wäre das Ganze wahrscheinlich in einer Schlägerei geendet.
Nach 30 Minuten löst sich der Knoten, und es geht langsam weiter. „Langsam“, weil es natürlich auch auf der Gegenseite Spezialisten gibt, die die Spur blockieren. Ursache war übrigens eine Beerdigung in dem nächsten Dorf.
Um 11:30 Uhr kommen wir in Shakhrisabz an. Nachdem es zwischenzeitlich in den Bergen etwas kühler war, hat es hier 37°C. Es hat deutlich weniger Touristen als in den großen Städten, obwohl Timurs ehemaliger Palast ebenfalls Weltkulturerbe ist. Viel gibt es trotzdem nicht zu sehen. Das wusste ich aber schon vorher. Heute ist eher der Weg das Ziel. Um halb zwei, als wir wieder in das Auto steigen, ist die Temperatur auf 39°C gestiegen. Zu allem Überfluss ist es auch noch schwül. In Deutschland wäre das nächste Gewitter nicht weit.
Um kurz vor 15 Uhr gibt es noch mal einen Stop bei einer lokalen Familie. Wir bekommen eine Suppe, Obst und ein paar Süßigkeiten. Nach einer halben Stunde geht es weiter, und gegen 16:30 Uhr sind wir wieder im Hotel in Samarkand.
Für den nächsten Tag steht die Fahrt nach Tashkent [↗] an. 6 Stunden soll die Fahrt dauern. Wir haben einen neuen Fahrer, und auch der Kleinbus ist ein anderer. Diesmal ist es sogar ein Mercedes. Der Sitzabstand ist aber schlechter als bei unserem letzten. Ich habe Glück, kann mit unserem Guide tauschen und sitze nun hinter dem Fahrer. Da der seinen Sitz nicht ganz zurückgeschoben hat, habe ich dort etwas mehr Platz. Auf dem Doppelsitz neben dem Fahrer schläft der Sohn des Fahrers.
Die Straße ist zwar vierspurig, besteht aber vor allem aus Flicken. Die Idee, mir die Zeit mit Bildbearbeitung zu vertreiben, gebe ich relativ schnell wieder auf. Viel zu sehen gibt es auch nicht. Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt. Viele Felder werden von Hand bearbeitet, ab und zu ist mal ein Pferd vor einen Pflug gespannt. Nur auf den großen Feldern sieht man Traktoren, gerne noch sowjetischer Bauart.
Was man häufig sieht, sind Störche. Zeitweise ist jeder Pfahl der Stromleitung, die parallel der Autobahn läuft, belegt. Getankt wird übrigens vor allem Methan oder Propan.
Um 13 Uhr machen wir eine Stunde Mittagspause in einem schön gekühlten Restaurant. Für 2 Fleischspieße mit Pommes zahle ich gut 5 Euro.
Kaum sind wir im Auto, fällt dem Fahrer ein, dass er ja auch noch tanken muss. So summiert sich die Zeit, und bis ich auf meinem Zimmer in Tashkent bin, ist es schon nach 16 Uhr. Treffpunkt zum Abendessen ist eigentlich auch schon um 18:30 Uhr, da wir morgen bereits um 7:15 Uhr loslegen, um rechtzeitig am Zug zu sein, der uns ins Ferganatal [↗] bringen soll.
Als wir dann im Hotel ankommen, verschiebt unser Guide den Treff aber auf 19 Uhr. Das nimmt ein wenig Druck aus dem Terminplan. Ich möchte nämlich noch ein wenig Metro fahren und ein paar der Stationen besuchen, die ich noch auf meiner Liste habe. Gesagt, getan: Ich bringe meinen Koffer aufs Zimmer, packe die Kamera aus dem Rucksack in die Schultertasche, und los geht's.
Eine gute Stunde fahre ich mit der grünen und blauen Linie durch die Gegend. Das Ganze kostet mich sage und schreibe 12 Cent. Um 18 Uhr bin ich wieder im Hotel, und somit reicht die Zeit nicht nur zum Duschen, sondern auch, um die Bilder zumindest einmal ungesehen wegzusichern.