Zeitvertreib in Takayama - Japan zur Kirschblüte 2023 - 7

Murahan - Takayama - Japan
 


22.03.2023 - Zeitvertreib in Takayama

Wetter: morgens neblig, aber nach 10 Uhr klarer Himmel mit Temperaturen bis zu 22°C in Takayama und Kyoto
Gelaufene Strecke: 14 km

 

Als Überraschung, sogar für unseren Reiseführer, ist das Frühstück in diesem Hotel inbegriffen. Es ist in Buffetform und sie haben sogar versucht, etwas für den westlichen Geschmack anzubieten, aber der Geschmack ist nicht besser als das, was ich bisher im Family Mart gegessen habe. Immerhin war es mal etwas anderes.

Es gibt mehrere Shuttlebusse zum Bahnhof in der Stadt und ich nehme den ersten um 8:10 Uhr.

 

Ich beginne meine Erkundung mit dem Miyagawa-Morgenmarkt. Leider hat dieser nichts mit einem traditionellen asiatischen Morgenmarkt zu tun, auf dem die Einheimischen Gemüse und andere Dinge für den Tag einkaufen. Es ist eine Mischung aus Zelten auf der einen Seite der Straße und Geschäften auf der anderen Seite. Alles ist ausschließlich auf Touristen ausgerichtet.

 

Ich laufe durch den Markt und biege dann nach rechts in Richtung Higashiyama-Tempelgebiet ab. Am Anfang sind noch ein paar andere Touristen da, aber als ich weiter den Hügel hinaufgehe, bin ich schnell allein. Es ist nichts Spektakuläres, aber es hat eine schöne ruhige Atmosphäre.

Ich gehe wieder hinunter und schlendere durch die Straßen der Altstadt. Takayama hat beschlossen, einen großen Teil seiner Altstadt zum Schutzgebiet zu erklären, in der der Stil der alten Häuser nicht verändert werden darf. Aber sie haben es nicht zur Fußgängerzone gemacht, und auch ohne Horden von Touristen fühlt es sich nicht besonders an. Vielleicht ist es am Abend anders.

Ich finde ein altes Stadthaus, das von der Regierung renoviert wurde und das man besichtigen kann, solange es nicht für eine andere Aktivität gebucht ist. Vorne sind die Wohnräume, dann folgt ein Hof und hinten das Lagergebäude aus Stein - interessant.

 

Die Stadt erinnert mich an ein größeres Dorf in den Nordalpen. Nicht so sehr wegen des Stils der Häuser, sondern wegen der Ausrichtung auf den Wintertourismus. Ich habe sogar große Schneeschaufeln in einer Garage gesehen. Abgesehen vom Wintertourismus ist Takayama für sein farbenfrohes Festival bekannt. Menschen aus ganz Japan kommen, um die Prozession zu sehen. Von beidem ist aber im Moment nichts zu sehen.

 

Auf der gegenüberliegenden Seite der Altstadt, aber ebenfalls in der Nähe des Flusses, befindet sich der zweite Morgenmarkt, der Jinyamae Morgenmarkt. Er besteht aus einer Reihe von Zelten auf einem Platz. Es ist dasselbe wie beim Miyagawa-Morgenmarkt: Er ist nur für Touristen gedacht, auch wenn man sich hier auf Obst und andere lokale Lebensmittel konzentriert. Auf beiden Märkten gibt es viele unbesetzte Plätze. Ob das daran liegt, dass gerade Nebensaison ist oder noch ein Nebeneffekt von Corona, weiß ich nicht.

 

Ich habe noch mehr als 3 Stunden Zeit, bevor wir uns treffen, um den Zug nach Kyoto zu nehmen. Also beschließe ich, den Hügel hinauf zum Shiroyama-Park und den Ruinen der alten Burg zu laufen.

Vorher gehe ich aber noch in den nächsten Family Mart, um einen Kaffee zu trinken. Zum Glück steht direkt davor eine Bank, wo ich mich hinsetze, meinen Kaffee trinke und das Gebäck esse, das ich für heute Morgen gekauft habe, bevor ich wusste, dass das Frühstück inbegriffen ist.

 

Die Idee, zur Burg hinaufzusteigen, war gut. Sobald es die Straße hinauf geht, nimmt die Zahl der Touristen deutlich ab. Am Shorenji-Tempel, am Fuße des Burgbergs, ist es nur noch eine französische Familie. Auf der linken Seite des Tempels finde ich sogar einen schönen Weg mit 13 Torii-Toren. Sobald der Weg in den Wald führt, bin ich ganz allein und höre nur noch die Vögel zwitschern.

Von der Burg oben auf dem Hügel ist nicht mehr viel übrig. Eine kleine Mauer und ein paar Markierungen, das ist alles. Aber man kann sich hinsetzen und sich von dem recht steilen Weg nach oben erholen. Auch wenn ich dort eine Weile sitze, kommen nur 3 Leute. Nach 20 Minuten oder so beschließe ich, wieder hinunter zu gehen.

 

Um 14:44 Uhr verlassen wir Takayama mit einem Nahverkehrszug nach Nagoya (2,5 h) und von dort mit einem Shinkansen nach Kyoto. Schon der Nahverkehrszug ist angenehmer als alles, was wir in Deutschland haben. Er ist sogar besser als der Shinkansen später.

 

 


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